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Das Maschinenmodell

Eine Turing-Maschine   kann man sich als ein Gerät vorstellen, das aus einer Kontrolleinheit  , einem Schreib/Lesekopf   und einem einseitig unbegrenzten Band   besteht.

Wie ein endlicher Automat     kann die Kontrolleinheit endlich viele interne Zustände annehmen.

Das Band ist in einzelne Felder   unterteilt, die genau ein Zeichen aufnehmen können.

Der Schreib/Lesekopf kann zu jedem Zeitpunkt genau ein Feld lesen oder verändern. Außerdem kann der Kopf (bzw. das Band) schrittweise nach links oder rechts bewegt werden.

tex2html_wrap2201

Das Eingabealphabet   enthält Symbole, die ''irgendwie von außen'' auf das Band geschrieben wurden.

Das Bandalphabet   besteht aus allen Zeichen, die die Turing-Maschine verarbeiten kann. Das sind mindestens die Zeichen des Eingabealphabets und ein Spezialsymbol (*), das anzeigt, daß ein Feld leer/undefiniert ist.

Definition: (Turing-Maschine [9])
Eine Turing-Maschine T ist durch ein Sechstupel tex2html_wrap_inline2137 definiert, wobei

tex2html_wrap_inline2139 das Eingabealphabet   tex2html_wrap_inline2141 ,
tex2html_wrap_inline2143 das Bandalphabet   tex2html_wrap_inline2145 ,
tex2html_wrap_inline2147 die Zustandsmenge  ,
tex2html_wrap_inline2149
eine partielle Funktion, die Überführungsfunktion  ,
tex2html_wrap_inline2151 der Anfangszustand   und
tex2html_wrap_inline2153 die Menge der Endzustände   ist.

Die Funktionsweise einer Turing-Maschine ist durch die Überführungsfunktion festgelegt:

tex2html_wrap_inline2155

bedeutet, daß die Turing-Maschine, wenn im Zustand s das Zeichen b gelesen wird, in den Zustand s' wechselt und b durch b' ersetzt. Danach bewegt sich der Kopf um einen Schritt nach links (X = L), nach rechts (X = R) oder bleibt unverändert (X = N).

Üblicherweise stellt man tex2html_wrap_inline2173 als Tabelle (Turing-Tafel  ) dar:

tex2html_wrap_inline2175 b ... tex2html_wrap_inline2181
tex2html_wrap_inline2183
tex2html_wrap_inline2185
...
s (s', b', X)
...
tex2html_wrap_inline2195


Die Turing-Maschine hält, falls tex2html_wrap_inline2173 für das aktuelle Paar (s, b) nicht definiert ist.

Beispiele

Turing-Maschine, die das letzte Zeichen des Eingabewortes auf dem Band sucht:

0 1 *
tex2html_wrap_inline2183 tex2html_wrap_inline2227 tex2html_wrap_inline2229 tex2html_wrap_inline2231
tex2html_wrap_inline2185 -- -- --


Turing-Maschine, die das Eingabewort auf dem Band löscht:

0 1 *
tex2html_wrap_inline2183 tex2html_wrap_inline2243 tex2html_wrap_inline2243 tex2html_wrap_inline2247
tex2html_wrap_inline2185 -- -- --


Turing-Maschine, die eine Zahl in unärer Darstellung um 1 vergrößert:

1 *
tex2html_wrap_inline2183 tex2html_wrap_inline2229 tex2html_wrap_inline2259
tex2html_wrap_inline2185 -- --


Hier wird vorausgesetzt, daß die Turing-Maschine auf der ersten 1 steht, wenn sie gestartet wird.

Die folgende Turing-Maschine wird links von der Bandinschrift gestartet, sucht dann den Anfang der Eingabe, geht zum Ende und verlängert die Inschrift um 1.

1 *
tex2html_wrap_inline2183 tex2html_wrap_inline2259 tex2html_wrap_inline2243
tex2html_wrap_inline2185 tex2html_wrap_inline2259 tex2html_wrap_inline2281
tex2html_wrap_inline2283 -- --


Bandinschrift

Definition:(Bandinschrift)
Die Bandinschrift   einer Turing-Maschine ist ein Wort über dem Bandalphabet, das mit dem Zeichen im ersten Feld des Bandes beginnt und endet

Konfiguration

Definition:(Konfiguration, Übergangsrelation [9])
Es sei tex2html_wrap_inline2137 eine Turing-Maschine.

Eine Konfiguration   von T ist ein Tupel tex2html_wrap_inline2290 . Dabei ist vbw als die aktuelle Bandinschrift und s als der aktuelle Zustand zu interpretieren. Ferner befindet sich der Schreib/Lesekopf auf dem Feld mit dem Zeichen b.

Die Übergangsrelation   tex2html_wrap_inline2298 tex2html_wrap_inline2300 beschreibt alle möglichen durch tex2html_wrap_inline2173 hervorrufbaren Übergänge einer Konfiguration zu einer Folgekonfiguration., d.h. für tex2html_wrap_inline2304 und tex2html_wrap_inline2306 wird definiert:

(1) falls X = N:
(v, b, w, s) tex2html_wrap_inline2298 (v, b', w, s')

(2) falls X = R:
(v, b, w, s) tex2html_wrap_inline2298 tex2html_wrap_inline2322

(3) Falls X = L und tex2html_wrap_inline2326
(v, b, w, s) tex2html_wrap_inline2298 tex2html_wrap_inline2332

tex2html_wrap_inline2334 bezeichne wieder die reflexiv-transitive Hülle von tex2html_wrap_inline2298 .

Beispiele

Turing-Maschine, die eine natürliche Zahl n, die durch n Striche auf dem Eingabeband dargestellt wird, verdoppelt:

1 *
tex2html_wrap_inline2183 tex2html_wrap_inline2350 tex2html_wrap_inline2243
tex2html_wrap_inline2185 tex2html_wrap_inline2259 tex2html_wrap_inline2358
tex2html_wrap_inline2283 tex2html_wrap_inline2281 tex2html_wrap_inline2364
tex2html_wrap_inline2366 tex2html_wrap_inline2364 tex2html_wrap_inline2370
tex2html_wrap_inline2372 tex2html_wrap_inline2374 tex2html_wrap_inline2376
tex2html_wrap_inline2378 tex2html_wrap_inline2350 tex2html_wrap_inline2382
tex2html_wrap_inline2384 tex2html_wrap_inline2382 tex2html_wrap_inline2388
tex2html_wrap_inline2390 tex2html_wrap_inline2392 tex2html_wrap_inline2394
tex2html_wrap_inline2396 -- --

Was tut die folgende ?

1 *
tex2html_wrap_inline2183 tex2html_wrap_inline2350 tex2html_wrap_inline2243
tex2html_wrap_inline2185 tex2html_wrap_inline2259 tex2html_wrap_inline2412
tex2html_wrap_inline2283 tex2html_wrap_inline2416 tex2html_wrap_inline2418
tex2html_wrap_inline2366 tex2html_wrap_inline2422 tex2html_wrap_inline2424
tex2html_wrap_inline2372 tex2html_wrap_inline2428 tex2html_wrap_inline2430
tex2html_wrap_inline2378 tex2html_wrap_inline2430 tex2html_wrap_inline2412
tex2html_wrap_inline2384 -- --


Turing-Maschine, die eine Binärzahl, die mindestens eine Null enthält, um 1 erhöht:

tex2html_wrap_inline2440

1 0 *
tex2html_wrap_inline2183 tex2html_wrap_inline2229 tex2html_wrap_inline2227 tex2html_wrap_inline2231
tex2html_wrap_inline2185 tex2html_wrap_inline2458 tex2html_wrap_inline2412 --
tex2html_wrap_inline2283 -- --




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Prof. Dr. Reinhard Völler