Definition: (abzählbare Menge, überabzählbare Menge [9])
Es sei M eine Menge. Wir nennen M abzählbar, wenn sich M
bijektiv auf
oder eine Teilmenge davon abbilden
läßt.
Anderenfalls heißt M überabzählbar.
Beispiel:
Jede endliche Menge ist abzählbar.
Ist A ein Alphabet (d.h. endlich!), so ist
abzählbar. Man
betrachte ganz einfach die lexikographische Ordnung .
Satz:
Es sei E ein Alphabet. Dann gibt es überabzählbar
viele Funktionen
, von denen nur
abzählbar viele berechenbar sind.
Beweis:
Jeder Algorithmus ist ein Text endlicher Länge. Diese Texte kann man
lexikographisch anordnen und bijektiv auf
abbilden. Folglich gibt es nur abzählbar viele Algorithmen.
Dann kann es aber auch nur abzählbar viele Funktionen geben, für die ein Algorithmus existiert.
Nun gibt es aber überabzählbar viele Funktionen. Man betrachte
z.B. die Funktionen
. Wenn es
denn nur abzählbar viele davon geben würde, könnten wir sie in einer
Tabelle anordnen:
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Betrachten wir nun die Funktion
Dann muß f einen Index z.B. j haben:
. Nach Definition
gilt aber:
.
Damit haben wir einen Widerspruch, den wir nur auflösen können, wenn
wir die Annahme fallen lassen, daß wir die Funktionen abzählen
können.
Folglich gibt es überabzählbar viele Funktionen, aber nur abzählbar viele Algorithmen.
Prof. Dr. Reinhard Völler